Waldorfschüler und ihre Klüpfel
Foto: waldorfbazar
Jeder Waldorfschüler muss im handwerklichen Unterricht einmal einen Klüpfel herstellen. Dazu treibt er mit einem Klüpfel voriger Generationen ein Schnitzeisen so in ein Stück Holz, dass daraus ein neuer Klüpfel geformt wird. Dieser Klüpfel steht dann wieder zukünftigen Generationen zu Verfügung. Natürlich ist jeder Klüpfel sehr unterschiedlich in Form und Größe, sodass in jeder Generation ein jeder für sich den ergonomischsten und effektivsten Klüpfel finden kann. Dieser herrliche Kreislauf und unschätzbar pädagogisch wertvolle Vorgang beschert sicher so manchem Waldorflehrer feuchte Hände.
Für uns war es allerdings ein großer Spaß, einmal unsere Klüpfel von damals zu vergleichen. Wir können das zur Nachahmung nur empfehlen! Es lassen sich interessante Rückschlüsse auf den Charakter des Urhebers ziehen.
Interessant wäre vielleicht auch, ob die pädagogischen Absichten hinter dieser Werksaufgabe soweit gehen, dass man sich der entfernten Phallus-Form eines solchen Klüpfels bewusst ist. Wahrscheinlich nicht, denn wie uns mal ein heimlicher Sympathisant aus Dornach zugetragen hat, ist Sexualität bei den Anthroposophen das, was sie schon immer unbedingt wissen wollten, aber bei Rudolf Steiner einfach nie finden konnten.

Am 4. Mai 2008 um 06:58 Uhr
Beim taeglichen checken meiner Lieblingsseiten, halte ich immer drei Sekunden inne, bevor ich Euch besuche.
Denn Ihr habt wirklich die Gabe, laengst verdraengte Pein neu aufleben zu lassen. Ich musste meinen Klueppel dreimal neu anfangen, weil ich aus Versehen gegen die Maserung gearbeitet hatte. Was fuer eine Qual…und nie habe ich es geschafft, nach dem Unterricht eine der heiss begehrten Bretzeln der Zwoelf-Uhr-Pause zum Trost zu ergattern, weil ich fegen musste, da ich natuerlich immer meine Schuerze vergass.
Im Nachhinein kann ich drueber lachen.
Und der Klueppel war immerhin ein gutes Weihnachtsgeschenk fuer meine Mutter - auch wenn ich niemals daran gedacht haette, dass er mal als Klo-Rollen-Halter dienen wuerde.
Am 11. Mai 2008 um 20:18 Uhr
Phallus-Form - tz tz!!!
@ Marissa: Vielen Dank für die Klorollen-Idee - endlich hab ich Verwendung für das Ding!!!
Am 15. Mai 2008 um 18:41 Uhr
Hmmmm, bei uns in Heilbronn gehörte das Teil nicht zum Repertoire. Bei uns wurden nur Holzschalen, Bilderrahmen, Brieföffner, Hocker und so weiter gebaut …
Allerdings kann ich mich dunkel an ähnlich geformte Werkzeuge erinnern, also irgendwer vor uns hat das wohl auch in Heilbronn mal gemacht …
Am 15. Juli 2008 um 10:31 Uhr
die t-shirts sind wohl ausdruck eines gesteigerten verlangens die ganze waldorf-idee ironisch zu betrachten….dies ist ein anfang ! mehr zu wünschen wäre allerdings, dass diese schulform sich endlich mal vom “alten sauerteig” ganz verabschiedet und zeitgemässes in den lehrplan aufnimmt. ich habe meinen sohn auf eine waldorf-schule gegeben , weil ich anfangs dachte “das ist die avantgarde im bildungswesen”, leider mußte ich aber erfahren, dass der muff von 100 jahren auch unter den waldorf-talaren weht. nun ja, man ist ja inzwischen für jedes frische lüftchen dankbar
denn, dass nun solche t-shirts erscheinen können, ist beachtlich. und wenn jetzt nicht bloss das wort “problemkind” sondern auch “problemschule” aufgedruckt werden würde, wäre die selbstironie und damit das sichselbstinfragestellen an einem bedeutenden punkt angelangt 
ab sofort könnte die parole dann in etwa heissen: VORWÄRTS IN ALLE RICHTUNGEN ! no more kochlöffel & klüpfel….etc. !
mit freundlichen grüssen
maximilian von schorneck